Mineralstoffdüngung und Wasseraufbereitung |
Guido Kossmann, Bayreuth |
Literatur-Angaben zu empfehlenswerten Mineralstoffkonzentrationen weichen mitunter voneinander ab. Die in (Tab. 7) aufgeführten Angaben repräsentieren mittlere Bereiche für Aquarien mit Fischbesatz. In reinen Pflanzenaquarien empfiehlt es sich den Abgaben für Mineralstoffdünger nach Hoagland (Tab. 8) zu folgen. |
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I) Krause (1985) II) Kremser (o.A.) III) Buddendorf (2003) IV) Dennerle (o.A.) |
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Tab. 7: Wichtige Mineralstoffkonzentrationen und chemische Parameter für ein gesundes Pflanzenwachstum in Aquarien mit Fischbesatz
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| Durch regelmäßige Wasserwechsel niedrig gehaltene Abweichungen zwischen Leitungswasser und Aquarienwasser stabilisieren die chemische Umwelt für aquatische Tiere)! |
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In der aquaristischen Praxis werden zumeist empfehlenswerte Mineralstoffkonzentrationen für die Elemente N, P und Fe angegeben. Von den Hauptnährelementen liegen Ca und Mg sowie S meist in ausreichender Form vor. Nicht selten treten jedoch K-Mangelsymptome an Wasserpflanzen auf. Die Messung von K+ ist jedoch aufwendig. In der Praxis empfielt sich die Messung von Fe, welches als Indikatorelement für Spurenelementmangel genommen werden kann. Da ein Kaliummangel häufig auch Spurenelementmangel nach sich zieht, kann dann folgend durch Applikation eines verstärkt Kalium enthaltenden ausgewogenem Spurenelementdüngers ein Mineralstoffungleichgewicht behoben werden. Ein reiner Eisendünger würde also bei vorliegendem Kaliummangel alleine nichts (!) bewirken. |
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| Redfield-Verhältnis | ||||||||||||||||||||
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Wie schon erwähnt, spielt die Carbonathärte eine wichtige Rolle bei der Pufferung des pH-Wertes von Aquarienwasser. Generell gilt, je höher die Carbonathärte, desto höher und stabiler ist der pH-Wert. Bei hohem pH weisen Spurenelemente infolge geringerer Löslichkeit eine niedrige Verfügbarkeit auf. CO2 liegt bei hohem pH meist als nicht nutzbares HCO3- vor. Im angegebenen Carbonathärte-Bereich (Tab. 7) wird durch die Säurewirkung von CO2 der pH schnell auf 6,8 3) eingestellt, so dass die Verfügbarkeit von Spurenelementen (Scheffer et al. 2002) und CO2 (Walstad, 1999) sich verbessert. |
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Die elektrische Leitfähigkeit des Aquarienwassers ist ein Maß für dessen Salzgehalt. Nach Schmidt (1985) entspricht eine elektrische Leitfähigkeit von 10 μS cm-1 bei 25 °C etwa einer Kochsalz-konzentration von 0,5 g l-1. Krause (1985) nutzt die elektrische Leitfähigkeit zur Abschätzung der Gesamthärte. Diese ist im Leitungswasser meist durch die Konzentrationen von Ca und Mg gegeben (Institut für Umweltverfahrenstechnik, Universität Bremen (o. A.). Eine elektrische Leitfähigkeit von 30 μS cm-1 entspricht etwa einer Gesamthärte von 1 °dH (Tunze et al. ,1994). |
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Wie aus der Tab. 7 zu entnehmen ist, schwankt die elektrische Leitfähigkeit in bundesdeutschen Raum erheblich. Für den Pflanzenwuchs ist weniger die Höhe als geringe Schwankungen der elektrischen Leitfähigkeit (Salzkonzentrationen) im Aquarium von Bedeutung (Dennerle, o. A.). Schwankungen im Salzgehalt führen zu osmotischem Stress 4) für Pflanzen und Tiere. Der Autor hält die Schwankungen des Salzgehaltes auf wöchentlicher Basis durch Teilwasserwechsel bei max. 25 % (270 ± 70 μS cm-1). Vor einem Wasserwechsel ermöglicht die Überprüfung der elektrischen Leitfähigkeit einen schnellen, quantitativen Überblick über die Nutzbarkeit des Leitungswassers für die aquaristische Belange. |
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Da in reinen Pflanzenaquarien oder schwach besetzden Aquarien der Eintrag von Hauptnährelementen durch Futtergaben unterbleibt bzw. vernachlässigbar gering ist, müssen sowohl Haupt- als auch Spurenelemente in Form von Mineralstoffen gedüngt werden. Die in Tab. 7 angegebenen niedrigen Mineralstoffkonzentrationen für Aquarien mit Fischbesatz tragen der diesbezüglich ausgeprägten Empfindlichkeit aquatischer Tiere Rechnung. In Tab. 8 angegebene Konzentrationen nach Hoagland entsprechen einer Optimumversorgung für Landpflanzen. Sie sollten schrittweise auf 25 % bis auf maximal 50 % der angegebenen Konzentrationen erhöht werden. |
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| Tab. 8 Mineralstoffkonzentrationen und Ansatz einer Mineralstoff-Düngerlösung nach Hoagland aus Finck (1991) | ||||||||||||||||||||
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M steht als Abkürzung für eine Stoffmenge pro Liter Wasser (Mol l-1). Anhand der in Tab. 8 angegebenen Molgewichte kann die benötigt Menge eines Salzes zum Ansatz einer Vorratslösung berechnet werden. Eine 1 M KNO3 wird angesetzt, indem man (39 + 14 + 3× 16) = 101 g KNO3 in einem Liter demineralisierten Wasser löst. |
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| Die in Tab. 8 angegebene Fe-Tartratlösung enthält 1,1 g Fe l-1 (Fe-Tartrat = 276 g Mol-1/ Fe = 56 g Mol-1). Sie kann auch durch eine entsprechende Fe-EDTA oder FeCl2-Lösung ersetzt werden. | ||||||||||||||||||||
Wasseraufbereitung |
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Kommt es im alkalischen Millieu (pH > 7) zu gestörtem Pflanzenwachstum, so kann durch den kombinierte Einsatz von demineralisiertem Wasser (Osmosewasser) und einer zusätzlichen CO2-Versorgung der pH gesenkt werden. Die Mischung des Leitungswassers mit Osmosewasser führt zu einer Senkung der Carbonathärte (Reduktion der pH-Pufferkapazität, Schmidt (1985). Die Carbonathärte sollte den in (Tab. 7) angegebenen Bereich nicht unterschreiten, da sonst die Gefahr besteht, dass die Pufferkapazität 5) gänzlich verloren geht und ein pH-Sturz (extreme Versauerung) droht. 6), Mit Hilfe des von Mayland (1985) und Schmidt (1985) publizierten Mischungskreuzes lässt sich das Mischungsverhältnis von Leitungs- und Osmosewasser leicht berechnen. |
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| So benötig man zum Senken der Carbonathärte von 20 ° auf 5 °dH: | ||||||
20 5 Es werden 5 Teile Leitungswasser (20 ° dKH) und 15 Teile Osmosewasser (0 ° dKH) zu einem |
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| Soll die PO4-Konzentration im Aquarienwasser von 5,00 auf 0,45 mg PO4 l-1 reduziert werden, muss Leitungswasser wiefolgt zugemischt werden: | ||||||
| 5,00 0,20 0,20 Teile Aquarienwasser (5 mg PO4 l-1 ) und 4,55 Teile Leitungswasser (0,25 mg PO4 l-1 ) werden ↘ ↗ zu einem Aquarienwasser mit einer PO4-Konzentration von 0,45 mg l-1 gemischt. Ein 0,45 geringfügiges Überschreiten der in Tab. 7 angegebenen PO4-Konzentration wirkt sich bei ↗ ↘ Angleichung derNO3-Konzentrationen (Rechner 1) nicht unbedingt negativ auf das Wachstum der 0,25 4,55 höheren Wasserpflanzen aus. |
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| Wasserwechselrechner | ||||||
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1) Chlorophylacaee 2) Cyanobacteria 3) Krause (1985) und Tunze et al. (1994) geben für Tiere einen empfehlenswerten pH von 6,8-7,2 an 4) Physiologischer Stress durch Quellung- und Schrumpfung infolge salzbedingter Wasseraufnahme- und abgabe 5) Gelöste Carbonate können Säuren neutralisieren in dem sie H+ aufnehmen und so dem Wasser entziehen: HCO3- + H+ > H2CO3 6) Was zu einem pH-Sturz infolge Säureproduktion durch Atmungs-CO2 (Mineralisation/Tier- und Pflanzenatmung) fund Nitrifikation führen kann |