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Nährelementmangelsymptome
Guido Kossmann, Bayreuth
 
 

Höhere Wasserpflanzen können einen leichten Nährelementmangel meist kompensieren. Bei chronischem oder stärkerem Nährelementmangel bilden sie charakteristische Mangelsymptome aus. Diese Symptome sind auf physiologische Fehlfunktionen zurückzuführen. Meist sind sie element--spezifisch ausgeprägt. Zu ihrer Identifizierung werden Symptome und die Orte ihres Auftretens herangezogen. Bei Jungpflanzen treten Mangelerscheinungen meist schneller auf.
Zu den Mangelsymptomen gehört das‚ „Vergilben“ von Blattflächen (Chlorosen). Sie können die ganze Blattfläche (Blattflächenchlorosen) oder nur Bereiche zwischen den Leitbahnen (Interkostalchlorosen) einnehmen. Zerstörtes Blattgewebe wird als eine Nekrose bezeichnet. Der Ort des Auftretens (junge oder ältere Blätter 1) erster Symptome wird als ein erstes Merkmal zur Identifizierung genutzt. Desweiteren werden genauere Beschreibungen von Chlorosen und Nekrosen herangezogen. Jacobsen (1979) gibt folgenden Nährelementmangel-Schlüssel für Wasserpflanzen 2):

 
 

Element

Mangel tritt zuerst auf an

Mangelsymptome

N

Älteren Blättern

Blattflächenchlorosen, später ganze Pflanze vergilbt 

     

P

Älteren Blättern

Dunkelfärbung der Blattfäche, Violett-Färbung v. Blatt- und Sproßbereichen bei manchen Arten I/II, später gelbbraun-rote Blattfläche II)

     

K

Älteren Blättern

Randliche Interkostalchlorosen und graubraune -nekrosen am Rand übergehend II), Absterben Blattspitzen und- ränder, junge Blätter „versengt“ I)

     

S

Jungen Blättern

Ähnlich N-Mangel  

     

Ca

Jungen Blättern

Deformierte Blätter und Knospen, Absterben von Terminalknospen, Mittelrippe meist unverändert  I)

     

Mg

Älteren Blättern

Interkostalchlorosen, von Innen nach Aussen vordringend I), Blattrand bleibt lange grün II), deutliches Hervortreten der grünen Leitbahnen I)

     

Fe

Jungen Blättern

Ähnlich wie Mg-Mangel, auch feinverzweigte Leitbahnen noch grün, Vergilben oder t.w. Verweißen von Blattfläche und Spross

     

Mn

Interkostalchlorosen und -nekrosen,  schwarze Punkte auf der gesamten Blattfläche II)

     

Cu

Deformierter Blattrand junger Blätter II), weißliche eher flächige Chlorosen II), absterbende Blattspitze und –rand

     

Zn

Älteren Blättern

Blattspitzen- und Randchlorosen, Leitbahnen sind t.w. auch betroffen, Leitbahnen mit dünnem nichtchlorotischen Saum 

     

B

Jungen Blättern

Ähnlich Ca-Mangel,  reduzierte Blattspitzen I), Absterben von Blattspitzen, und Seitentrieben

     

Mo

Älteren Blättern

Erst Dunkelfärbung der Blattfäche II), dann Interkostalchlorosen und braune Bereiche am Blattrand 

I) Beoboachtung Krombholz (1998) 
II) Beobachtung Wilstermann-Hildebrand (o.A.)
Tab. 6   Nährelementmangelsymptome ergänzt nach Jacobsen (1979)
 
 
Der Mangel an Kalium und Spurenelementen (besonders Eisen) steht in einem ursächlichen Zusammenhang. Kalium fördert sowohl die Aufnahme von Phosphationen als auch die von Eisen, so dass ein ausgeprägter Kaliumangel häufig von Eisenmangelerscheinungen begleitet wird (Bergmann, 1992). Erhöhte Phosphatkonzentrationen können zuem zu einer Fällung von Eisen als Vivianit X) oder Strengit XI) führen. Da diese Salze schwer löslich sind, ist das darin fixierte Eisen für die Pflanze nur wenig verfügbar (Scheffer et al. 2002).
 
3 Fe2+ 
+
2 PO43- 
Fe3(PO4)2
X)
Fe3+
+
PO43- 
>
FePO4
 
XI)

 

 

 

1) Die Mobilität (Verlagerungsfähigkeit) in Pflanzen ist elementspezifisch. Mangelsymptome mobiler Elemente treten zuerst an älteren Blättern auf. 
 
2) Wilstermann-Hildebrand (o.A.): gibt eindrucksvolle fotographische Aufnahmen verschiedener Nährelement-Mangelsymptome bei Wasserpflanzen.

 

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